Entwurf vom 04.04.2025 – die Seite ist noch in Arbeit
Lage
Das Bodental zieht sich vom Kammerforst herunter zwischen Aßmannshausen und Lorch zum Rhein und zur Bundesstrasse B42 und liegt rechtrheinisch von Trechtingshausen (Rheinland-Pfalz) im Bundesland Hessen. In Bergeshöhe links vom Tal die Georgsruh, rechts außen die Felsformation Teufelskadrich.

Namen
Der Namen des Tals hat sich über die Jahrhunderte immer wieder verändert. Von Buttindale, Buthendale, Butendale, Bottendal zu Bodental. Noch heute gibt es die Namensformen Bodental ( in der Allg. Zeitung) und Bodenthal (in digitalen Geokarten) nebeneinander.
Nachfolgende Zitate sind von Adolf Schmitt-Krämer (Binger AZ Redaktion) 1957:
Die sich an den Talseiten erstreckenden Weinbergslagen wurden bereits in Lorcher Urkunden des Mittelalters gepriesen:
die vorzüglichste der Lorcher Gemarkung mit siebenhundert Gulden das Stück von zwölfhundert Litern bewertet
Das Dorf Bodenthal (Buttindal)
Früher lag hier das Dorf Bodenthal (Buttindal). Weitere Lorcher Urkunden belegen, dass Buttindal bereits 1108 und 1128 als Weinort bestand, sodass der heutige Weinbau im Bodental über 900 Jahre alt ist. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts hatten die Rheingrafen Dorf Buttindal und seine Weinberge von den Grafen von Nassau zu Lehen.
1269 trat ein Junker Heinrich de Bothindal in der Geschichte auf. Das Geschlecht der Buttindal war auch in Trechtingshausen, Heimbach und Diebach ansässig. 1326 sind Edelknecht Heinrich Buttindal und 1374 Edelknecht „Heinrich Bottindal von Trechtingshausen“ benannt.
Als das Dorf Buttindal aufhörte zu bestehen (Zerstörung?) ist anzunehmen, dass seine Einwohner auf die andere Rheinseite nach Trechtingshausen umzogen, aber ihre Besitzrechte und die Bewirtschaftung der Weinberge behielten.
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Trechtingshäuser Weinberge
Das Bodental gegenüber Trechtingshausen, heute im Bundesland Hessen im Gemeindegebiet von Lorch, war im Mittelalter eine politische Einheit mit linksrheinisch (Binger Land) und rechtsrheinisch (Rheingau) im Besitz des Erzstiftes Mainz. Nach Quellen bewirtschafteten Trechtingshäuser mindestens seit dem 16. Jahrhundert ihre Weinberge im Bodental.
Geschichte(n)
Buttindale – Buthendale – Butendale – Bottendal – Bodental
Von der Teufelskadrich-Burgfräulein-Sage über den Weinbau bis zum „Suleika“-Campinggplatz– ein geschichtlicher Abriss zum Bodental von Waldemar Palasdies aus dem Rheingau-Heimatjahrbuch:
1085 erste urkundliche Erwähnung
In der ältesten Urkunde von Lorch/Rheingau wird 1085 die Stadtgründung belegt und Erzbischof Wesilo von Mainz beurkundete, dass der Domcanonicus Embricho dem Mainzer Domkapitel Weinberge im „Badentale“ schenkte.
1551 der gerichtliche Pachtzins-Vergleich des Trechtinghäuser Schultheis Johann Leyse (Leiß) im Bottental
Bodental 1551 Pachtzins 4_fl_Weingarten im Bottental Gemarkung Lorch, Gericht Trechtingshausen, das DOKUMENT
1646 Traubenstreit im Bodental
Mit Keltermessern gegen die Lorcher. (Textaufbereitung folgt noch)
Umlegung: 1937 beschlossen 1953 beendet
Umlegungsverfahren 1953 in der AZ
Artikel und Lageplan der südlichen Gewanne
Ortsbürgermeister Collerius und die Trechtingshäuser Winzerschaft kämpften langwierig, aber erfolgreich mit dem hessischen Staat um jeden Zuschusspfennig und um die Beseitigung aller Widerstände der Umlegung und Wegeplanung.
Der Bodentaler Riesling
Johann Baptist Tabarelli (1889-1980) besaß im Bodental 4 Weinberge, die er später seinen 4 überlebenden Kindern vererbte. Das bedeutete für Oma Elli (Elisabeth Walldorf 1919 vh. Tabarelli), seine Kinder und für seine 13 Tabarelli-Hanß Enkel nach WK2-Ende viele Rheinquerungen mit dem Winzerkahn „Alfred“ übers Jahr, harte Arbeit und als Abschluss die Weinlese.
Erinnerungen des Herausgebers als ältester der 13 Enkel: Mein Vater Klaus Tabarelli (1920-2023) hatte den am weitesten oben am Waldrand gelegenen Weinberg im „Lehn“ erhalten. Der Blick vom „Lehn“ über den Rhein nach Trechtingshausen war immer wieder grandios, gefühlt schaute man steil abwärts 200m tiefer.

Bei der Weinlese bedeutete das für den Legelsträger den weitesten Fuß“weg“ steil bergab zur Trauben-Abgab. Sein Legel wurde maximal beladen: die Trauben im Legel „gemostert“. Welch eine Arbeitsleistung, das Gewicht des schweren Holzlegels bis zum Rand voll mit „Brie“ (Traubensaftbrühe) zu Tal zu tragen.
Alle Mühe war aber vergessen, wenn im Winzerhaus in Trechtingshausen der wunderbar trockene säurebetonte Bodentaler RIESLING gut gekühlt mundete.
Lorcher Bodental-Steinberg Riesling trocken 2023
Dieser Rheingauer Lagen-Riesling ist eine Zierde seiner Herkunft: köstliche Aromen von Pfirsichen, Äpfeln und Zitrusfrüchten, animierende Frische, feine Mineralität.