Entstehung der Zivilstandsregister
Zivilstandsregister sind die ersten standesamtlichen Quellen zur Familienforschung. In ihnen sind sind Geburten, Heiraten und Todesfälle eingetragen.
Die Entstehung der Zivilstandsregister geht auf die französische Revolution zurück. In der danach entstandenen ersten Französischen Republik wurde die Eintragung von Geburt, Heirat und Tod als staatliche Aufgabe organisiert und zuerst den Kantonsverwaltungen, ab 1800 den Bürgermeistereien (mairien) zugewiesen.
Das Ergebnis sind die Zivilstandsregister. Die Beurkundungen wurden überkonfessionell und nach festen Regeln vorgenommen, deshalb sind sie genauer und einheitlicher als die Kirchenbücher. *) Zitationshinweis
1798 Einsatz in Deutschland
Das gesamte linksrheinische Deutschland wurde 1798 in die erste Französische Republik eingegliedert und damit beginnen hier die Zivilstandsregister. Sie wurden bis zum November 1815 in französischer Sprache geführt. Von 1798 bis 1805 sind die Einträge sogar nach dem französischen Revolutionskalender datiert. *) Zitationshinweis
Deux actes de naissance de l’an quatorze
Zwei Geburtsanzeigen im Jahr 14 (nach dem franz. Revolutionskalender) aus Bonn 1803: Gaspard Knopp und Gertrude Wirtz
1815 Linksrheinisch in Deutsch
Nach der Übernahme der Regierungsgewalt durch Preußen am 1. Dezember 1815 wurden sie linksrheinisch in Deutsch fortgesetzt.
Sie sind in ihrem umfänglichen Charakter aller Staatsbürger/innen die Nachfolger der konfessionell eingegrenzten Kirchenbücher *) und Vorläufer heutiger ebenfalls umfassender Personenstandsregister *).
*) Zitationshinweis: Texte sind angelehnt an die vorzügliche Darstellung des Stadtarchivs Saarbrücken, beide obige Links führen direkt dorthin.
Zivilstandsregister Beispiele: Sterberegister Hilden und Berlin


1876 Personenstandsregister Deutsches Reich
1876 wurde im gesamten Deutschen Reich das Personenstandswesens mit dem inhaltlich ähnlichen Personenstandsregister in den Standesämtern eingeführt und löste damit das Zivilstandsregister ab.
2009 Personenstandsgesetz Bundesrepublik DE
Ab 01.01.2009 trat das Gesetz zur Reform des Personenstandsrechts in Kraft und brachte wesentliche Änderungen mit sich.
Digitale Register anstelle Buchform
Eingeführt wurden elektronische Personenstandsregister anstelle der bisherigen Personenstandsbücher. Seit dem 1. Januar 2009 ist eine elektronische Registerführung zulässig, nach dem 31. Dezember 2013 ist sie verbindlich vorgeschrieben.
Familienbuch, Abstammungsurkunden entfallen
Mit dem Gesetz entfiel das kaum bekannte und oft mit dem Stammbuch der Familie verwechselte Familienbuch, einige seiner Funktionen erfüllen künftig das Ehe-, Lebenspartnerschafts- und das Geburtenregister. Die selten benutzten Abstammungsurkunden und Geburtsscheine wurden abgeschafft, die Geburtsurkunde blieb erhalten. Zudem wurde die Benutzung der Personenstandsregister, insbesondere zu Forschungszwecken, neu geregelt. Das Verbot der religiösen Voraustrauung wurde gestrichen; 2017 wurde jedoch ein Verbot religiöser oder „traditioneller“ Trauungen von Minderjährigen neu eingeführt. Zitationshinweis: Textauszüge Wikipedia 20.02.2026
Beispiele
Zivilstandsregister Ockenheim 1800-1895
Nachfolgende Tabelle zeigt den Zivilregisterumfang einer Gemeinde am Beispiel Ockenheim von 1800 bis 1895. Digitalisiert umfasst es 64 Dateien mit 53 MB. zVa
Auszug Geburt Anna Maria Heinen 1877
Die nachfolgenden Register sind alphabetisch nach Familiennamen geordnet. In der ersten Spalte ist die fortlaufende Registernummer des Eintrags (18). Familienname (Heinen) und Vornamen (Anna Maria) sind gefolgt von Vornamen (Peter Anton) und Beruf (Zimmermann) des Vaters. Der Wohnort des Vaters Ockenheim ist abgekürzt durch (O). Mit (19) wird in das chronologisch geordnete Geburtsregister verwiesen, wo auch das Geburtsdatum notiert ist.

Auszug 1877 Geburten F-H, lfd.Nr. 11-18
Fleischer, Gaul, Gaudron, Gresch, Gresch, Gros, Gros, Heinen
- Zivilstandsregister / Stand 19.01.2026




